Unsere Grundausbildung
290 Zeitstunden | Schwerpunkt: haṭha yoga
Vom Üben zum Verstehen – und zum Unterrichten
Die Grundausbildung führt dich über zwölf Monate systematisch in die Praxis, die Grundlagen und die Vermittlung des haṭha yoga ein. Du vertiefst deine eigene Praxis, entwickelst ein genaueres Verständnis für āsana und prāṇāyāma und lernst von Anfang an, Yogaklassen sinnvoll aufzubauen und anzuleiten. Anatomie, Unterrichtsmethodik und der sichere Umgang mit unterschiedlichen Voraussetzungen verbinden sich dabei mit Meditation, Yoga-Philosophie und persönlicher Reflexion.
Die nächste Grundausbildung startet voraussichtlich im Januar 2027. Wenn du mehr erfahren oder klären möchtest, ob die Ausbildung zu dir passt, nimm gerne Kontakt mit uns auf.
Hinweis zur ZPP: Die einjährige Grundausbildung ist eine eigenständige Yoga-Ausbildung und wird mit einem Yogalehrer*innen-Zertifikat abgeschlossen. Allein erfüllt sie jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anerkennung als Kursleitung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention. Der dafür vorgesehene Ausbildungsweg ist die mindestens zweijährige Intensiv-Ausbildung einschließlich der ZPP-Module.
Wenn du spürst, dass Yoga für dich mehr ist als eine Stunde auf der Matte, dann ist die Grundausbildung dein nächster Schritt. Du wirst kraftvoll und feinfühlig üben, tiefer verstehen, was du tust, und lernen, diesen Weg auch weiterzugeben. Das verändert: Sie kann dein Leben freier, klarer und freudvoller machen – und sie fordert dich, ehrlich hinzuschauen und dranzubleiben, in der Praxis wie im Alltag.
Überblick
Die einjährige Grundausbildung umfasst 290 Zeitstunden und vermittelt dir eine fundierte Grundlage für deine eigene yoga-Praxis und das Unterrichten. Von Beginn an übst du unter Anleitung, Yogaklassen sinnvoll aufzubauen, āsana verständlich anzuleiten und die Teilnehmenden aufmerksam zu begleiten. Dazu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit Hilfestellungen, Korrekturen, Variationen und Kontraindikationen. In unserer Aufbau-Ausbildung kannst du deine Praxis und deine Unterrichtskompetenz anschließend weiter vertiefen.
- Umfang und Dauer: 290 Zeitstunden über zwölf Monate
- Ausbildungsstruktur: 13 Ausbildungswochenenden und zwei siebentägige Intensivwochen
- Ort der Ausbildungswochenenden: Yogalila, Rykestraße 37, 10405 Berlin
- Ort der Intensivwochen: Eichhof bei Lychen in der Uckermark
- Format: Präsenz-Ausbildung; eine Online-Teilnahme ist nach vorheriger Absprache bei ausgewählten Theorieeinheiten möglich
- Kosten: 250 Euro monatlich, insgesamt 3.000 Euro, zuzüglich Unterkunft und Verpflegung während der Intensivwochen
- Ermäßigung: nach Absprache für Studierende und Menschen mit geringem Einkommen
- Prüfung: Lehrprobe und schriftliche Abschlussprüfung
- Abschluss: Yogalehrer*innen-Zertifikat über 290 Zeitstunden
- Voraussetzungen: Formale Voraussetzungen bestehen nicht. Erste Erfahrungen mit Yoga sowie Offenheit und Lernbereitschaft werden empfohlen.
- Während der Ausbildung: freie Teilnahme an unseren Yogaklassen und Ermäßigungen auf ausgewählte Retreats
- Bildungszeit: Möglichkeit der Anerkennung als Bildungszeit
Die Grundausbildung findet überwiegend in Präsenz statt. Wenn du sie später als Bestandteil des ZPP-Ausbildungsweges nutzen möchtest, müssen die dafür ausgewiesenen fachpraktischen Unterrichtseinheiten vor Ort absolviert werden. Die Teilnahme wird entsprechend dokumentiert.
Der Leitfaden der GKV verlangt innerhalb der vollständigen ZPP-Qualifikation 270 Zeitstunden fachpraktische Kompetenz, die ausschließlich im Präsenzunterricht erworben werden können.
Während der Ausbildung erhältst du auf die Seminarkosten ausgewählter Retreats des raum für yoga 50 Prozent Ermäßigung. Unterkunft und Verpflegung sind davon ausgenommen. Für die Unterkunft während der beiden Intensivwochen auf dem Eichhof fallen zusätzliche Kosten an.
Struktur | Inhalte
Ziel der Grundausbildung ist die Entwicklung einer fundierten eigenen Yoga-Praxis und grundlegender Unterrichtskompetenz. Die Ausbildung verbindet fünf Lernbereiche, die aufeinander bezogen sind. Eigene Praxis, fachliches Verständnis und erste Unterrichtserfahrungen entwickeln sich dabei gemeinsam:
- Praxis des haṭha yoga
- Anatomie, Physiologie und sichere Praxis
- Unterrichtsmethodik und Didaktik
- Philosophie, Psychologie und Geschichte des yoga
- Persönliche Integration und ethische Orientierung
1. Praxis des haṭha yoga
Ziel: Du entwickelst eine regelmäßige und differenzierte eigene Yoga-Praxis und lernst die grundlegenden Methoden des haṭha yoga durch eigenes Üben kennen.
Im Mittelpunkt steht die unmittelbare Erfahrung. Du lernst die verschiedenen Techniken in ihrer Form kennen, beobachtest ihre Wirkung und entwickelst ein Verständnis dafür, wie sie sinnvoll miteinander verbunden werden können.
- āsana: Grundhaltungen, Variationen, Übergänge und Übungsfolgen
- prāṇāyāma: Atemwahrnehmung, grundlegende Atemtechniken und Energielenkung
- mudrā und bandha: Formen der Sammlung und bewussten Energieführung
- ṣaṭkarma: traditionelle Reinigungspraktiken in Theorie und Praxis
- pratyāhāra und yoga nidrā: Rückzug der Sinne und angeleitete Tiefenentspannung
- Meditation: unterschiedliche Methoden und Aufbau einer regelmäßigen Praxis
- mantra und bhajan: Stimme, Atem, Klang und gemeinsames Singen
2. Anatomie, Physiologie und sichere Praxis
Ziel: Du entwickelst ein grundlegendes Verständnis der körperlichen Strukturen und physiologischen Vorgänge, die für die Praxis und das Unterrichten von Yoga wesentlich sind.
Anatomisches Wissen wird unmittelbar mit der eigenen Praxis verbunden. Du lernst, Bewegungen und Atemabläufe genauer zu beobachten, unterschiedliche körperliche Voraussetzungen zu berücksichtigen und Übungen verantwortungsvoll anzupassen. Dabei geht es nicht um Diagnose oder Therapie, sondern um sicheres Unterrichten und das Erkennen der eigenen fachlichen Grenzen.
- Grundlagen des Bewegungsapparates: Wirbelsäule, Gelenke, Muskulatur, Faszien und funktionelle Zusammenhänge
- Atemmechanik und Zusammenspiel von Haltung, Bewegung und Atmung
- Grundlagen des Nervensystems, der Stressregulation und des Herz-Kreislauf-Systems
- funktionelle Ausrichtung und Bewegungsbeobachtung in āsana
- mögliche Wirkungen, Risiken und Kontraindikationen von āsana, prāṇāyāma und Meditation
- Varianten, Hilfsmittel und Anpassungen für unterschiedliche körperliche Voraussetzungen
- Grenzen des Yoga-Unterrichts und verantwortungsvoller Umgang mit gesundheitlichen Einschränkungen
3. Unterrichtsmethodik und Didaktik
Ziel: Du lernst, Yoga-Unterricht fachlich begründet, klar und verantwortungsvoll zu planen, anzuleiten und zu reflektieren.
Unterrichten entsteht durch eigenes Tun. Von Beginn an entwickelst du kurze Sequenzen, leitest Übungen an und erhältst Rückmeldungen aus der Gruppe und vom Ausbildungsteam. Dabei findest du eine eigene Sprache und Präsenz, ohne den Teilnehmenden eine bestimmte Erfahrung vorzugeben.
- Aufbau und zeitliche Gestaltung einer Yogaklasse
- sinnvolle Verbindung von āsana, prāṇāyāma, Entspannung und Meditation
- klare, verständliche und einladende Unterrichtssprache
- Beobachtung von Einzelnen und der gesamten Gruppe
- Berücksichtigung unterschiedlicher körperlicher Voraussetzungen und Lernerfahrungen
- angemessene Variationen, Hilfsmittel, Korrekturen und Hilfestellungen
- achtsamer Umgang mit Berührung, Zustimmung und persönlichen Grenzen
- Stimme, Präsenz, Zeitplanung und Leitung einer Gruppe
- Grundlagen von Lernen, Motivation und nachhaltiger Veränderung von Übungsgewohnheiten
- regelmäßige Unterrichtsübungen, kollegiales Feedback und Reflexion
4. Philosophie, Psychologie und Geschichte des yoga
Ziel: Du lernst wichtige Quellen, Entwicklungslinien und Menschenbilder des Yoga kennen und setzt sie in Beziehung zu deiner eigenen Praxis, deinem Unterricht und deinem Alltag.
Wir lesen die überlieferten Texte nicht als feststehende Lehre, sondern als Einladung zum Fragen und Erforschen. Dabei betrachten wir, welches Verständnis von Mensch, Wahrnehmung, Leiden und Freiheit sie entfalten und wie ihre Gedanken heute verstanden werden können. Traditionelle Modelle und moderne wissenschaftliche Perspektiven bleiben dabei unterscheidbar.
- Entstehung und geschichtliche Entwicklung des Yoga
- wesentliche Wege und Schulen des Yoga
- Studium der haṭha yoga pradīpikā und des kaivalya darśana
- Einführung in das yoga sūtra sowie in yama und niyama
- Grundlagen von sāṃkhya und vedānta
- traditionelle Modelle von prāṇa, nāḍī, cakra und kośa
- Einführung in āyurveda als traditionelles indisches Medizinsystem
- Grundlagen der Yoga-Psychologie: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gewohnheiten und innere Reaktionsmuster
- reflektierter Umgang mit historischen Quellen, traditionellen Vorstellungen und heutigen Erkenntnissen
5. Persönliche Integration und ethische Orientierung
Ziel: Du reflektierst, wie deine eigene Praxis, deine persönlichen Werte und deine künftige Rolle als Yogalehrer*in miteinander verbunden sind.
Eine Yoga-Ausbildung vermittelt nicht nur Techniken und Wissen. Sie lädt auch dazu ein, die eigene Wahrnehmung, vertraute Gewohnheiten und innere Reaktionen bewusster zu beobachten. Dabei wird keine bestimmte Lebensweise vorgegeben. Entscheidend ist die Frage, wie sich die Erfahrungen aus der Praxis verantwortlich in den Alltag und in das Unterrichten übertragen lassen.
- Entwicklung und Pflege einer regelmäßigen eigenen Yoga-Praxis
- Journaling und angeleitete Reflexion der eigenen Erfahrungen
- yama und niyama als Grundlagen ethischer Orientierung
- Auseinandersetzung mit persönlichen Erwartungen, Grenzen und Unsicherheiten
- Verantwortung und Selbstverständnis als Yogalehrer*in
- achtsamer Umgang mit Nähe, Distanz, Berührung und persönlichen Grenzen
- kollegialer Austausch, Peer-Gruppen und gegenseitige Unterstützung
- konstruktiver Umgang mit Rückmeldungen und dem eigenen Lernprozess
Zielgruppe
Die Grundausbildung richtet sich an Menschen, die bereits erste Erfahrungen mit Yoga gesammelt haben und ihre Praxis fundiert vertiefen möchten. Sie eignet sich sowohl für dich, wenn du später unterrichten möchtest, als auch dann, wenn zunächst dein eigener Übungs- und Erkenntnisweg im Mittelpunkt steht. Die Ausbildung passt zu dir, wenn du:
- eine regelmäßige und tragfähige eigene Yoga-Praxis entwickeln möchtest,
- āsana, prāṇāyāma und Meditation nicht nur üben, sondern in ihren Zusammenhängen verstehen willst,
- dich für die Quellen, die Philosophie und die Psychologie des Yoga interessierst,
- lernen möchtest, Yogaklassen klar und verantwortungsvoll anzuleiten,
- bereit bist, deine Erfahrungen zu reflektieren und dich in der Gruppe auszutauschen.
Besondere Beweglichkeit, körperliche Leistungsfähigkeit oder fortgeschrittene āsana sind keine Voraussetzung. Wenn gesundheitliche Einschränkungen oder eine gegenwärtige psychische Belastung bestehen, sprich uns bitte vor Beginn der Ausbildung an. Gemeinsam können wir klären, welche Anpassungen möglich sind und ob eine Teilnahme zum gegenwärtigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Die Ausbildung ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Termine
Die nächste Grundausbildung startet voraussichtlich im Januar 2027. Die genauen Termine werden veröffentlicht, sobald die Jahresplanung abgeschlossen ist. Die 13 Ausbildungswochenenden finden in der Regel zu folgenden Zeiten statt:
- samstags von 9:00 bis 17:30 Uhr
- sonntags von 9:30 bis 15:00 Uhr
Die beiden Intensivwochen verbringen wir auf dem Eichhof bei Lychen in der Uckermark.
Laufender Ausbildungsjahrgang 2026
- WE#1: 24. und 25. Januar 2026
- WE#2: 7. und 8. Februar 2026
- WE#3: 28. Februar und 1. März 2026
- WE#4: 14. und 15. März 2026
- WE#5: 28. und 29. März 2026
- WE#6: 18. und 19. April 2026
- WE#7: 9. und 10. Mai 2026
- Intensivwoche #1: 29. Mai bis 5. Juni 2026
- WE#8: 20. und 21. Juni 2026
- Zusatz-WE: 1. und 2. August 2026
- WE#9: 29. und 30. August 2026
- WE#10: 12. und 13. September 2026
- Intensivwoche #2: 9. bis 16. Oktober 2026
- WE#11: 31. Oktober und 1. November 2026
- WE#12: 21. und 22. November 2026
- WE#13: 5. und 6. Dezember 2026
Prüfung und Abschluss
Während der Ausbildung wird dein Lernprozess durch praktische Unterrichtsübungen, schriftliche Aufgaben, Reflexion und regelmäßiges Feedback begleitet. Den Abschluss bilden eine schriftliche Prüfung und eine praktische Lehrprobe. Dabei zeigst du, dass du die wesentlichen Inhalte der Grundausbildung verstanden hast und eine Yogaklasse klar, sicher und verantwortungsvoll gestalten kannst.
Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du ein Yogalehrer*innen-Zertifikat über 290 Zeitstunden. Die absolvierten Inhalte, Lernbereiche und Unterrichtsformate werden zusätzlich in einer Stunden- und Kompetenzübersicht dokumentiert.



